Neubau Schulhaus Pfarrmatte

Architekturwettbewerb

Für den Neubau des Schulhauses Pfarrmatte inklusive Pfarrsaal und Gemeindesaal wurde ein zweistufiger Architektenwettbewerb mit einem Präqualifikationsverfahren durchgeführt. Von den 53 interessierten Architekturbüros qualifizierten sich acht zum eigentlichen Wettbewerb und arbeiteten ein Projekt aus. Am 13. November wurde das Siegerprojekt von dem vom Gemeinderat eingesetzten Preisgericht (Jury) erkoren. Der Gemeinderat hat dem Sieger des Wettbewerbs den Auftrag für die Planung des Schulhauses Pfarrmatte erteilt. Auf dieser Seite finden Sie allen Angaben zum Siegerprojekt, zu den weiteren eingereichten Projekten, zur Ausstellung und zu den nächsten Schritten für den Neubau des Schulhaues Pfarrmatte.

Ausstellung

Das Siegerprojekt sowie die weiteren sieben eingereichten Projekte wurden am Freitag, 11. Dezember, im Mehrzweckraum des Schulhauses Pfarrmatte Escholzmatt öffentlich ausgestellt. Die Ausstellung war ursprünglich während vier Tagen geplant. Da die Corona-Schutzmassnahmen ab Samstag, 12. Dezember, verschärft wurden, konnte die Ausstellung nur noch am Freitag stattfinden.

Siegerprojekt ARNIKA

Das Projekt berücksichtigt den Standort an der unteren Flanke des Dorfkerns, eingerahmt von Kirchenbezirk, Friedhof und Sporthalle, mitten im ISOS Gebiet. Der Entwurf greift die markante Form der Sporthalle auf, skaliert und transformiert sie und schreibt so ein logisches Bild des Bestandgebäudes weiter. So werden die auffallenden Pultdächer der Turnhalle und des Jugendtreffs auch für den Neubau übernommen. Mit dem neuen zurückversetzten Mittelteil wird der vormals geteilte Hof zu einem grossen Platz vereint. Die Fläche ist leicht zu überblicken und bietet mit der schützenden Halle einen weiteren Dorfplatz, der der ganzen Bevölkerung dienen soll.

Die feingliedrige Holzfassade und das wohlproportionierte Fensterraster lassen den Baukörper schlank aber gleichzeitig bestimmt erscheinen. An dieser leichten Erscheinung hat das Farbkonzept nicht unerheblichen Anteil. In Anlehnung die Gebäude in unmittelbarer Nachbarschaft, soll kein Gegenpol oder Kontrast geschaffen werden, sondern ein neuer ergänzender Baustein des Gefüges. Das Holz der Fassade soll weiss lasiert werden. Das Weiss der Fassade soll mit dem hellen Holzton der Fenster eine feine und gleichzeitig noble Verbindung eingehen. Auf der Rückseite wirkt der Bau geschlossen und ruhig. Dezente Vor- und Rücksprünge gliedern die lange Fassade. Um dem Friedhof die nötige Würde zu geben wurde hier bewusst auf grosse Gesten verzichtet.

Ansichten Siegerprojekt

Projektbeschrieb Siegerprojekt

Im Projektbeschrieb beschreibt das Architekten- und Ingenieurteam das Projekt.

Architekt Thomas De Geeter, Zürich

Architekt des Siegerprojekts und somit Gewinner des Wettbewerbs ist Thomas De Geeter (MA Arch./SIA). Er wird das Projekt mit seinem Büro der Thomas De Geeter Architektur GmbH, Zürich, weiterbegleiten und umsetzten. Mehr Angaben zum Architekturbüro finden Sie auf der Website.

Jurierung

Das Preisgericht, zusammengesetzt aus vier Fachpreisrichter (externen Fachpersonen) und drei Sachpreisrichter (Vertreter der künftigen Nutzer und Bauherrschaft) hat alle eingereichten Projekte bewertet sowie den ersten und zweiten Rang festgelegt. Die vollständige Jurierung finden Sie im ausführlichen Bericht des Preisgerichts (Jurybericht).

Siegerprojekt ARNIKA
Thomas De Geeter Architektur GmbH, Zürich  

Das Preisgericht hält zum Siegerprojekt fest:

Ausgehend von der systematischen Analyse der ortsbaulichen Situation, werden zwischen dem Pultdach der bestehenden Turnhalle und dem Pavillon des Jugendtreffs drei neue Gebäudekörper platziert, die durch eine raffinierte Staffelung Bezug zum umliegenden Ensemble aufnehmen und mit ihren Pultdächern gleichzeitig einen eigenständigen Rahmen bilden. Das Projekt Arnika zeigt eindrücklich, wie der Schulhausersatzbau mit den zwei grossen Sälen ortsbildverträglich in das wertvolle, bestehende Ensemble integriert werden kann. Gleichzeitig bleiben die verschiedenen Nutzungen klar ablesbar und schaffen, verstärkt durch die Gestaltung der Umgebung, ein neues kulturelles Dorfzentrum.  Die Gemeinde Escholzmatt-Marbach erhält mit diesem Projekt nicht nur ein schönes, gut funktionierendes Schulhaus, sondern mit den zwei grosszügigen Sälen auch ein neues Zentrum, das über die Gemeinde in die Region ausstrahlen wird.

Das Siegerprojekt ist mit folgenden Hinweisen der Jury zu überarbeiten:

• Schulhaus
Lehrerarbeitsraum und Lehrerzimmer sind nebeneinander anzuordnen, wenn möglich im Bereich der angrenzenden Dachfläche (aufheizen im Sommer), gleichzeitig ist die Verteilung der WC-Anlagen auf die Geschosse zu optimieren.

• Gemeindesaal
Bestuhlungsvarianten sowie die Möblierung mit Bankett-Tischen (280 sind gefordert) sind nachzuweisen. Seine Grundrissproportion ist zu überprüfen.

• Kosten
Die Kosten sind zu überprüfen und wo möglich zu optimieren, damit die Budgetvorgaben eingehalten werden können. Eventuell kann durch Optimieren der Dachneigungen Volumen eingespart werden. Quervergleiche lassen vermuten, dass im Kapitel BKP 1 (Vorbereitungsarbeiten) Potential vorhanden ist.

2. Rang UNTER DÄCHERN
ARGE Werk.Archiktekten Genossenschaft Morger Partner Architekten AG, Langnau 

Das einzige Projektteam aus der Region wurde auf dem 2. Rang platziert.

Das Preisgericht beurteilt das Projekt UNTER DÄCHERN wie folgt:

Das Projekt unter Dächern verspricht auf den ersten Blick eine klare architektonische Haltung, welche in der inneren Organisation die wesentlichen Abläufe gut bis sehr gut löst, in der ortsbaulichen Setzung und den dadurch entstehenden Aussenräumen die Klarheit verliert und in der übergeordneten Eingliederung mit der Volumetrie und der Fassadenausbildung nicht zu überzeugen vermag.

Eingereichte Projekte

Folgende acht Projekte wurden im Rahmen des Wettbewerbs ausgearbeitet und bewertet:

Projekt
(in Eintreffensreihenfolge)
Projektverfasser
1 NILS HOLGERSSON Huber Waser Mühlebach, Luzern
2 AM PLATZ Büro Konstrukt Architekten ETH, Luzern
3 ARNIKA Thomas De Geeter Architektur GmbH, Zürich
4 ABAKUS Meyer Gadient Architekten AG, Luzern
5 UNTER DÄCHERN ARGE Werk.Architekten, Genossenschaft Morger Partner Arch., Langnau
6 L’ABBRACCIO Schmid Schärer Architekten, Zürich
7 ÜBERSICHT Figi Zumsteg GmbH, Zürich
8 GEPPETTO Fiechter & Salzmann Architekten GmbH, Zürich

Die Pläne sämtlicher Projekte sowie den Bericht des Preisgerichts dazu sind im ausführlicher Bericht des Preisgerichts (Jurybericht).

Raumprogramm

Im Neubau sind drei verschiedene Nutzungen vorgesehen. Der grösste Anteil bildet das Schulhaus. Es sind sechs Klassenzimmer, sechs Halbklassen oder IF-Zimmer, die Bibliothek und Ludothek sowie die notwendigen Nebenräume vorgesehen. Ein zweiter Teil bildet die Nutzung durch Vereine mit einem Gemeindesaal für 280 Personen. Die dritte Nutzung wird durch die Pfarrei im unterteilbaren Pfarrsaal mit einer Fläche von 180 m2 sein. Die detaillierten Räume entnehmen Sie dem untenstehenden Raumprogramm.

Gemeinsames Projekt mit der Römisch-Katholischen Kirchgemeinde Escholzmatt

Pfarrsaal im Stockwerkeigentum

In den derzeitigen Gebäulichkeiten des Schulhauses befindet sich der Pfarrsaal der Römisch-Katholischen Kirchgemeinde Escholzmatt. Das Schulhaus gehört der Einwohnergemeinde Escholzmatt-Marbach. Für den Pfarrsaal hat die Römisch-Katholische Kirchgemeinde Escholzmatt ein Einbaurecht und ein Benützungsrecht. Mit dem Neubau des Schulhauses soll nun der Trakt, in welchem der Pfarrsaal geplant ist, abparzelliert werden. Das Grundstück mit dem Pfarrsaal wird als Stockwerkeigentum ausgestaltet. Die Kirchgemeinde wird den Pfarrsaal im Stockwerkeigentum kaufen. Die Festlegung des Kaufpreises wird sich nach den Baukosten richten. Aufgrund von Kostenschätzungen wird von 1.7 Millionen Franken ausgegangen.

Der Zeitwert des heutigen, abzubrechenden Pfarrsaals wird die Einwohnergemeinde der Kirchgemeinde entschädigen. Zur Festlegung dieses Wertes wurde eine Immobilienbewertung erstellt. Weiter hat die Einwohnergemeinde eine Entschädigung für die Löschung von Einbau- und Benützungsrecht und den betrieblichen Mehraufwand der Kirchgemeinden während der Bauphase zu bezahlen. Die Entschädigung der Einwohnergemeinde wurde gesamthaft auf 500’000 Franken festgelegt.

Die Einwohnergemeinde gewährt der Kirchgemeinde ein Darlehen für die Finanzierung der Stockwerkeigentumseinheit Pfarrsaal.

Der Pfarrsaal soll auch weiterhin im bisherigen Umfang von der Einwohnergemeinde, der Schule und den Vereinen mitbenützt werden können. Für diese Benützung bezahlt die Einwohnergemeinde der Kirchgemeinde künftig einen jährlichen Mietzins.

Vorgehen

Mit der Römisch-Katholischen Kirchgemeinde als Eigentümerin des Pfarrsaals und der Einwohnergemeinde Escholzmatt-Marbach als Eigentümer ist Schulhauses und des Gemeindesaals sind zwei Gemeinwesen am Projekt beteiligt. Zur Realisierung wird somit auch die Zustimmung der Einwohnergemeinde- wie auch der Kirchgemeindeversammlung benötigt.