Neubau Schulhaus Pfarrmatte

Zwischenschritt und Konsolidierung beim Neubauprojekt Schulhaus Pfarrmatte

Im Neubauprojekt für das Schulhaus Pfarrmatte mit Gemeindesaal und Pfarrsaal wird ein Zwischenschritt eingelegt. Die Bevölkerung wurde an drei Informationsveranstaltungen über den aktuellen Planungsstand informiert. Nun soll eine Diskussion in der Bevölkerung über das Projekt stattfinden. Wünschbares muss von Machbarem getrennt werden. Die künftigen Nutzerinnen und Nutzer sollen sich hinter das Projekt stellen, bevor die Planung weitergeführt wird.

Ansichten Neubauprojekt “Arnika”

Stand der Planung

Das geplante Gebäude ist anhand der Nutzung in drei Gebäudekörper geteilt. Im mittleren Gebäudeteil, dem höchsten Gebäude, befindet sich der Ersatzneubau des Schulhauses. Auf der rechten Seite direkt angrenzend an die bestehende Turnhalle ist ein Gemeindesaal mit zugehörigem Küchenbereich für Veranstaltungen mit bis zu 280 Personen und als Proberaum für die Vereine geplant. Im Untergeschoss sind ein zusätzliches Probelokal mit angrenzendem Schlagzeugraum sowie Lagerräume vorgesehen. Im Erdgeschoss links befindet sich die Bibliothek mit integrierter Ludothek. Direkt über der Bibliothek, im ersten Obergeschoss, liegt der Pfarrsaal. Vom Kirchenvorplatz her gelangt man durch den ebenerdigen Eingang in das Foyer des Saals. Der Schulbereich ist ab dem ersten Obergeschoss vom Rest der Anlage getrennt und zeichnet sich durch seine Einfachheit aus. Jedes Klassenzimmer verfügt über einen eigenen Gruppenraum, welcher aber auch mit dem Gruppenraum und dem Klassenzimmer der anderen Klasse verbunden werden kann. Dem Klassenzimmer und den Gruppenräumen vorgelagert befindet sich jeweils eine Gemeinschaftszone inklusive Garderobenbereich, welche dem Austausch zwischen den Schülerinnen und Schülern dient und als Lernlandschaft genutzt werden kann. Der vor- und rückspringende Verlauf der Fassadenfront mit dem zurückversetzten Mittelteil vereint den vormals geteilten Hof zu einem grossen Platz, der im Bereich des Schulhauses überdeckt ist. Die Fläche ist leicht zu überblicken und bietet mit der schützenden Halle einen weiteren Dorfplatz, wo das Schul- und Dorfleben pulsieren soll.

Anhand des aktuellen Planungsstandes hat die TGS Bauökonomen AG eine Kostenschätzung der Gesamtbaukosten erstellt. Die Kostengenauigkeit beträgt +/- 15 %, wobei die Bauteuerung nicht eingerechnet ist. Das Projekt kommt auf Gesamtkosten von CHF 17’700’000.00 zustehen. Damit ist es wesentlich teurer als die Vorgabe im Pflichtenheft für den Wettbewerb von 13 Mio. Franken und die im Wettbewerbsprojekt ausgewiesenen rund 14 Mio. Franken, welche eine Genauigkeit von +/- 20 % erfüllen mussten. Die nun berechneten Kosten teilt sich mit 8.46 Mio. Franken für das Schulhaus, 6.746 Mio. Franken für den Gemeindesaal und 2.494 Mio. Franken für den Pfarrsaal auf.

Für den Neubau des Schulhauses Pfarrmatte mit Gemeinde- und Pfarrsaal fand im vergangenen Herbst ein Architekturwettbewerb statt. Seither wurde am Vorprojekt gearbeitet. Das Siegerprojekt wurde wie von der Jury gefordert angepasst und soweit verfeinert, dass die Kosten abgeschätzt werden können. Das Vorprojekt ist jedoch noch nicht fertig ausgearbeitet. Gegenüber dem im Architekturwettbewerb eingereichten Projekt wurde in der Zwischenzeit der Gemeindesaal vergrössert und ein zusätzlicher Mehrzweckraum für die Schule geplant.

Bedenken der Nutzergruppen

Das Neubauprojekt wird von der Planungskommission für Schulbauten begleitet. Um die Bedürfnisse sämtlicher Nutzerinnen und Nutzer abzuholen wurden zudem drei Nutzergruppen gebildet, die Nutzergruppen Kirchgemeinde/Pfarrsaal, Schule und Vereine. Alle drei Nutzergruppen sind grundsätzlich mit dem Projekt einverstanden und sehen darin einen Mehrwert. Die Nutzergruppen haben jedoch zum Bauvorhaben teilweise Bedenken ganz unterschiedlicher Art. Die Kirchgemeinde ist mit dem Projekt sehr zufrieden, kann die dafür errechneten Kosten jedoch nicht tragen. Seitens der Schule sorgt vor allem der Umstand, dass die geplante Bauphase im Schulhaus Windbühlmatte nach Abschluss des Projektes in der Pfarrmatte noch nicht zeitlich definiert ist, für Beunruhigung. Diese sind jedoch notwendig, damit die im Neubau fehlenden Werkräume zentral erstellt werden können und längerfristig die Umsetzung der drei Zyklengebäude erfolgen kann. Von den Vereinen wird angeführt, dass sich die Situation in den Sälen der Wirtshäuser in Escholzmatt im letzten Jahr geändert hat. Einige Vereine sehen sich mit diesem Angebot für ihre Proben und Auftritte mittelfristig ausreichend bedient. Das zusätzlich Probelokal erachten einige Vereine als zu klein. Proben sollen in diesem Proberaum stattfinden, wenn der Gemeindesaal wegen einer Veranstaltung nicht zur Verfügung steht oder wenn sich die Proben zweier Vereine überschneiden.

Nutzergruppen mit Mitglieder

Zwischenschritt – Grundsatzentscheid

Wegen der aktuell offenen Fragen gegenüber dem Projekt und der hohen Kosten wird nun ein Zwischenschritt eingelegt. In dieser Zeit wird der erarbeitete Zwischenstand des Vorprojekts diskutiert und analysiert. Die Planungskommission wird die Nutzergruppen anhören. Gleichzeitig wird eine Kostenschätzung für später geplante Bauarbeiten im Schulhaus Windbühlmatte erstellt. Die Kosten des aktuellen Projektes sowie der später im Windbühlmattenschulhaus anfallenden Bauarbeiten werden im Finanzplan der Gemeinde dargestellt. Aufgrund der Gespräche wie auch der Finanzplanung wird voraussichtlich Ende Sommer 2021 von den Nutzergruppen, der Planungskommission, dem Kirchenrat und dem Gemeinderat ein Grundsatzentscheid gefällt, ob das Projekt weiterverfolgt wird. Sämtliche Gremien müssen sich hinter das Projekt stellen können, damit dieser Neubau gelingen wird und der Mehrwert für das Dorf Escholzmatt und die Gemeinde Escholzmatt-Marbach realisiert und genutzt werden kann.

Weiteres Vorgehen

Nach einem positiven Grundsatzentscheid könnte bereits der Gemeindeversammlung vom Herbst 2021 ein Planungskredit (Sonderkredit) beantragt werden. In der Folge wird das Vorprojekt fertig ausgearbeitet, verabschiedet und schliesslich das Bauprojekt erarbeitet. Ein Baukredit (Sonderkredit) könnte frühestens an der Gemeindeversammlung vom Juni 2022 vorgelegt werden. Gleichzeitig ist auch ein Sonderkredit der Römisch-Katholischen Kirchgemeinde Escholzmatt nötig, welche den neuen Pfarrsaal finanzieren wird.

Das geplante Projekt soll ein Bauwerk für die künftigen Generationen werden. Dies zeigt sich zum Beispiel am Gemeindesaal in Marbach, der vor über dreissig Jahren gebaut wurde und nach wie vor als idealer Austragungsort der Veranstaltungen dient. Das heutige Pfarrmattenschulhaus mit Pfarrsaal wurde in den 1940er Jahren gebaut und erweitert. Mit dem geplanten Bauprojekt kann längerfristig gute Infrastruktur für die Schule, die Vereine und die Pfarrei geschaffen werden. Der neue Bau ist auf das Ortsbild abgestimmt. Mit dem geplanten grosszügigen Schulhausplatz unmittelbar vor dem Gemeindesaal bieten sich neue Nutzungsmöglichkeiten. Das Projekt ist eine grosse Chance für die Gemeinde attraktiven Raum zu erhalten, der langfristig genutzt werden kann.

Informationsveranstaltungen

Die Bevölkerung wurde an den drei Informationsveranstaltungen vom 3. und 5. Mai 2021 über den Stand des Projekts informiert. Rund 80 Personen besuchten die Anlässe. An einer weiteren Veranstaltung vom 3. Mai wurde auch die Lehrerschaft detailliert informiert. Kommissionspräsident und Gemeindeammann Pius Kaufmann führte durch die Veranstaltungen. Architekt Thomas De Geeter und Kostenplaner Stefan Grebler beziehungsweise Kostenplanerin Sandra Fellmann stellten das Projekt vor. Über den Stand der Arbeiten der Nutzergruppen orientierten Harry Portmann für die Kirchgemeinde, Benedikt Meier für die Schule und Ivan Portmann für die Vereine. Im Anschluss an die Präsentation konnten die Teilnehmenden Fragen und Bemerkungen zum Projekt anbringen. Die Gelegenheit wurde rege genutzt, damit konnte die breitere Diskussion des Projekts in der Bevölkerung gestartet werden.

Für den Neubau des Schulhauses Pfarrmatte inklusive Pfarrsaal und Gemeindesaal wurde ein zweistufiger Architektenwettbewerb mit einem Präqualifikationsverfahren durchgeführt. Allen Angaben zum Siegerprojekt des Wettbewerbes und zu den weiteren eingereichten Projekten des Neubaus des Schulhaues Pfarrmatte finden Sie auf der separaten Seite.

Gemeinsames Projekt mit der Römisch-Katholischen Kirchgemeinde Escholzmatt

Pfarrsaal im Stockwerkeigentum

In den derzeitigen Gebäulichkeiten des Schulhauses befindet sich der Pfarrsaal der Römisch-Katholischen Kirchgemeinde Escholzmatt. Das Schulhaus gehört der Einwohnergemeinde Escholzmatt-Marbach. Für den Pfarrsaal hat die Römisch-Katholische Kirchgemeinde Escholzmatt ein Einbaurecht und ein Benützungsrecht. Mit dem Neubau des Schulhauses soll nun der Trakt, in welchem der Pfarrsaal geplant ist, abparzelliert werden. Das Grundstück mit dem Pfarrsaal wird als Stockwerkeigentum ausgestaltet. Die Kirchgemeinde wird den Pfarrsaal im Stockwerkeigentum kaufen. Die Festlegung des Kaufpreises wird sich nach den Baukosten richten. Aufgrund von Kostenschätzungen wird von 1.7 Millionen Franken (Stand November 2020) ausgegangen.

Der Zeitwert des heutigen, abzubrechenden Pfarrsaals wird die Einwohnergemeinde der Kirchgemeinde entschädigen. Zur Festlegung dieses Wertes wurde eine Immobilienbewertung erstellt. Weiter hat die Einwohnergemeinde eine Entschädigung für die Löschung von Einbau- und Benützungsrecht und den betrieblichen Mehraufwand der Kirchgemeinden während der Bauphase zu bezahlen. Die Entschädigung der Einwohnergemeinde wurde gesamthaft auf 500’000 Franken festgelegt.

Die Einwohnergemeinde gewährt der Kirchgemeinde ein Darlehen für die Finanzierung der Stockwerkeigentumseinheit Pfarrsaal.

Der Pfarrsaal soll auch weiterhin im bisherigen Umfang von der Einwohnergemeinde, der Schule und den Vereinen mitbenützt werden können. Für diese Benützung bezahlt die Einwohnergemeinde der Kirchgemeinde künftig einen jährlichen Mietzins.

Vorgehen

Mit der Römisch-Katholischen Kirchgemeinde als Eigentümerin des Pfarrsaals und der Einwohnergemeinde Escholzmatt-Marbach als Eigentümer des Schulhauses und des Gemeindesaals sind zwei Gemeinwesen am Projekt beteiligt. Zur Realisierung wird somit die Zustimmung der Einwohnergemeinde- wie auch der Kirchgemeindeversammlung benötigt.